14. Oktober 2026

Veranstaltungen

Gegen das Vergessen spielen – Aufführung am 24.10. in Schlitz

Vor wenigen Monaten erst hat sich der Verein „Theater Vielfalt Alsfeld“ gegründet, nun spielt er sein erstes Stück: „Oskar Schindlers Liste“, eine Bearbeitung des berühmten Stoffs fürs Theater von Florian Battermann. Die Akteurinnen und Akteure haben sich mit ihrem Regisseur Dieter Wagner viel vorgenommen – ein Herzensprojekt, wie man dem Theatermacher aus Alsfeld-Liederbach anmerkt. „Der Impuls dazu kam aus unserer Gruppe“, berichtet er, und zwar jener Gruppe, mit der er Anfang letzten Jahres das Stück „72 Stunden – eine Anklage“ aufgeführt hat, das sich mit dem Thema Femizid beschäftigte. „Wir sehen, dass die Gesellschaft immer weiter auseinanderdriftet, dass die Diskussionen sehr hitzig geführt werden und bestimmte Gruppen ausgegrenzt werden.“ Die Geschichte von Oskar und Emilie Schindler, die in der Nazi-Zeit zwölfhundert Menschen das Leben gerettet haben, zeigt, was Menschlichkeit bedeutet und wie man mit Mut und Geduld gemeinsam viel erreichen kann.“ Gemeinsam viel erreichen könnte auch das Motto der Theatergruppe sein: Für das Stück nämlich musste Wagner nicht nur eine ganze Reihe zusätzlicher Akteurinnen und Akteure gewinnen, sondern auch Fördermittel einwerben, Proben- und Spielorte klarmachen, ein Bühnenbild entwickeln, das für die Gruppe umsetzbar und finanzierbar ist, Kostüme heraussuchen, ausleihen oder kaufen und vieles mehr. Nun aber ist die achtzehnköpfige Schauspieltruppe nach vielen Wochen der Proben bereit, um den Menschen rund um Oskar Schindler, die geholfen haben, rund 1.200 Juden auf seiner Liste zu retten, eine Reminiszenz zu erweisen und ihre Leistung in den Vordergrund zu stellen. „Es waren neben Schindler viele Helfer, die hier zusammengearbeitet haben“, erläutert Wagner, „insbesondere ohne die Mitwirkung von Emilie Schindler wäre dies nicht möglich gewesen.“ Und so probten die Akteure und setzen sich immer wieder auch der Brutalität aus, die darzustellen genauso wichtig ist wie das gute Ende – zumindest für die Geretteten. „Eine Wahnsinnsleistung, schon jetzt“, freut sich Wagner, der besonders stolz auf die Bandbreite an Menschen in seinem Team ist: Von sechzehn bis zweiundsiebzig Jahre reicht der Altersdurchschnitt, die Schauspieler kommen aus Alsfeld, Marburg und der weiteren Region. Gespielt wird in Alsfeld, Lauterbach, Schlitz, Schotten und Marburg; vielleicht kommen weitere Spielorte hinzu. Die Premiere fand am 5. September in Alsfeld im Brauereikeller statt. „Wir profitieren ganz erheblich von der Unterstützung der Stadt Alsfeld“, betont der Regisseur und Hauptdarsteller. „Sowohl der Bauhof als auch das Stadtmarketing standen uns tatkräftig zur Seite.“ Darüber hinaus wurde das Projekt u.a. von der Bundesinitiative Demokratie Leben, der Ursula-Wandres-Stiftung, der OVAG sowie Harald und Annabel Schlitt gefördert. Inklusive Pause dauert das Stück circa zweieinhalb Stunden, die nächste Aufführung findet am Samstag, 24.10., um 20 Uhr im Hahnekiez Schlitz statt. Weitere Aufführung sind geplant für Samstag, 7.11., um 16 Uhr in der Festhalle Schotten sowie Freitag, 27.11., 19.00 Uhr in Schwalmstadt-Ziegenhain. Karten gibt es ab sofort im Buchladen Lesenswert in Alsfeld, bei Optik Franke in Schlitz, online bei Eventfrog.de oder über die Website von Theater Vielfalt Alsfeld (www.theater-vielfalt-alsfeld.de).

Weiterlesen »